Leistungen einer Kaltakquise-Agentur: Die Bausteine als Einkaufsliste
Eine Kaltakquise-Agentur verkauft Bausteine: Zielgruppenarbeit, Datenrecherche, Leitfaden, Ansprache, Qualifizierung, Terminierung, Nachfassen, CRM-Pflege und Bericht. Angebote unterscheiden sich vor allem darin, welche davon enthalten sind und was jeweils geliefert wird. Lassen Sie sich jeden Baustein mit Lieferumfang schriftlich bestätigen.
Das Wichtigste
- Vergleichen Sie Angebote Baustein für Baustein, nicht nach Paketnamen.
- Zu jedem Baustein gehört ein greifbares Ergebnis, das Sie sehen und prüfen können, etwa eine Zielliste, ein freigegebener Leitfaden oder ein Wochenbericht.
- Daten, Notizen und Sperrlisten sollten nach Vertragsende Ihnen gehören und in einem lesbaren Format übergeben werden.
- Was nicht im Angebot steht, ist im Zweifel nicht beauftragt.
Wer nach „Kaltakquise Agentur“ oder „Neukundengewinnung Agentur“ sucht, bekommt Angebote mit Namen wie „Starter“, „Professional“ oder „Komplett“. Hinter solchen Paketen stecken dieselben Bausteine in unterschiedlicher Zusammenstellung. Die folgende Liste hilft, ein Angebot in seine Bestandteile zu zerlegen und mit anderen zu vergleichen.
Die Bausteine im Einzelnen
Strategie und Zielgruppe
Die Agentur arbeitet mit Ihnen heraus, welche Firmen angesprochen werden: Branche, Größe, Region, Merkmale, die einen Bedarf wahrscheinlich machen, und Ausschlüsse wie Bestandskunden oder Wettbewerber. Ergebnis ist eine schriftliche Zielgruppenbeschreibung, die Sie freigeben.
Datenrecherche
Auf Basis der Zielgruppe entsteht eine Liste mit Firmen und zuständigen Ansprechpartnern. Fragen Sie, aus welchen Quellen die Daten kommen und wie die Informationspflicht nach Art. 14 DSGVO erfüllt wird. Ergebnis ist eine Zielliste mit Quelle je Datensatz.
Leitfaden und Argumentation
Gesprächsleitfaden, Einwandbehandlung und gegebenenfalls Brief- oder Mailtexte. Ergebnis sind freigegebene Texte, die Sie jederzeit einsehen können.
Ansprache
Die eigentliche Kontaktaufnahme, je nach Agenturtyp am Telefon, per Brief, per Nachricht oder in einer Abfolge. Hier sollte geregelt sein, wer anspricht, in welchem Umfang und in welchem Zeitraum.
Qualifizierung
Im Gespräch wird geklärt, ob Bedarf, Zuständigkeit und ein passender Zeitpunkt vorliegen. Die Kriterien dafür legen Sie gemeinsam fest. Ergebnis ist eine Einstufung je Kontakt, nachvollziehbar begründet.
Terminierung
Termine werden in Ihren Kalender oder den Ihres Vertriebs eingetragen, mit Übergabenotiz. Was als Termin zählt, sollte genau definiert sein. Eine Vorlage dafür steht unter Terminvereinbarung.
Nachfassen
Kontakte, die „später“ sagen, werden zu einem vereinbarten Zeitpunkt erneut angesprochen. Ohne diesen Baustein gehen viele Gespräche verloren, die nur zum falschen Zeitpunkt stattfanden.
CRM-Pflege
Jeder Kontaktversuch, jedes Gespräch und jede Absage wird erfasst, idealerweise in Ihrem System. Klären Sie, ob die Agentur in Ihrem CRM arbeitet oder in einem eigenen, und wie die Daten zu Ihnen kommen.
Bericht
Regelmäßige Auswertung mit Rohzahlen und Gesprächsnotizen. Ergebnis ist ein Bericht in fester Form und festem Rhythmus.
Lieferumfang je Baustein
| Baustein | Was Sie sehen sollten | Im Angebot festhalten |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Schriftliche Beschreibung | Freigabe durch Sie, Anzahl Abstimmungsrunden |
| Datenrecherche | Zielliste mit Quelle | Umfang der Liste, Datenherkunft, Eigentum an den Daten |
| Leitfaden | Freigegebene Texte | Wer schreibt, wer gibt frei, wie oft wird überarbeitet |
| Ansprache | Kontaktprotokoll | Umfang, Zeitraum, feste Ansprechpartner |
| Qualifizierung | Einstufung je Kontakt | Kriterien, nach denen eingestuft wird |
| Terminierung | Termin mit Übergabenotiz | Termindefinition, Umgang mit Ausfällen |
| Nachfassen | Wiedervorlagen mit Datum | Bis wann und wie oft nachgefasst wird |
| CRM-Pflege | Einträge im System | Welches System, Zugriff, Übergabe bei Vertragsende |
| Bericht | Rohzahlen und Notizen | Rhythmus, Inhalt, Format |
Was zusätzlich ins Angebot gehört
Neben den Bausteinen sollten einige Punkte schriftlich geregelt sein, die oft erst im Streitfall auffallen.
Eigentum an Daten und Texten. Zielliste, Gesprächsnotizen, Sperrliste und Leitfaden sollten nach Ende des Auftrags an Sie übergeben werden, in einem Format, das Sie weiterverwenden können. Das ist besonders wichtig, wenn Sie später die Agentur wechseln.
Sperrliste. Wer einer Ansprache widerspricht, muss nach Art. 21 DSGVO sofort gesperrt werden, und zwar dauerhaft. Diese Sperrliste gehört Ihnen.
Personal. Wer arbeitet an Ihrem Auftrag, wie viele Personen, und wird das Team bei Wechseln eingearbeitet?
Abrechnung. Welcher Baustein ist in der Grundgebühr enthalten, welcher wird gesondert berechnet? Wie Vergütungsmodelle wirken, steht unter Vergütung.
Welche Bausteine Sie tatsächlich brauchen, hängt vom Agenturtyp ab. Der Agentur-Finder fragt dafür auch ab, welche Leistungen Sie selbst übernehmen wollen.
Agentur-Finder
Welcher Agenturtyp passt zu Branche, Zielgruppe, Kanal, Budget und Region? Mit Begründung und offenen Regeln.
Häufige Fragen
- Muss ich alle Bausteine bei einer Agentur einkaufen?
- Nein. Manche Unternehmen liefern die Zielliste selbst oder führen die Termine im eigenen CRM. Wichtig ist, dass klar geregelt ist, wer welchen Baustein verantwortet.
- Wer schreibt den Gesprächsleitfaden?
- In der Regel die Agentur nach Ihrem Briefing. Sie sollten ihn freigeben und Änderungen später ebenfalls freigeben, weil die Agentur in Ihrem Namen spricht.